DAS ZITAT

»Beim Zigarrenrauchen kann man viel entdecken: Alles wird unwichtig, die Sorgen, die Probleme, die Gedanken.«

(Raul Julia)

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Über das richtige Schnupfen

Die Zeremonie des Schnupfens ist im Grunde ein sehr individueller Akt, freilich mit regionalen Traditionen. So schnupfte Ludwig XVIII. grundsätzlich vom Dekolleté seiner Gattin; Die Zofen Napoleon I. klagten über die ständige Verschmutzung von Kleidung und Fußboden durch falsche Anwendung zu großer Prisen; Pöschl erleichtert Dosierung und Zufuhr durch eine mechanische Pris-Schleuder für beide Nasenlöscher gleichzeitig. Es hatte jedenfalls seinen Grund, dass im 18. Jahrhundert erste Schriften über die richtige Anwendung des Schnupftabaks erschienen: Manche tauchten eine Fingerspitze in das Pulver und fingerten in der Nase herum, andere (vor allem Damen) hielten die Prise eine Viertelstunde zwischen Daumen und Zeigefinger und schmierten sie sich weiträumig um die Zielöffnungen; nicht selten verband sich Niesen und Husten mit herzhaftem Spucken.

Für den Einstieg nehmen wir eine französische Anleitung aus dem 18. Jahrhundert zu Hilfe:

  1. Man nehme die Dose in die linke Hand und klopfe darauf.
  2. Man öffne die Dose und biete sie der Gesellschaft an.
  3. Nun sammle man den Tabak durch seitliches Klopfen in der Dose und greife mit dem Daumen und Zeigefinger der rechten Hand eine Prise. (Daher auch der Name "Prise", vom französischen "prendre" abgeleitet: "Man nehme".)
  4. Die Prise halte man einige Zeit, führe sie zur Nase und schnupfe ohne Grimasse mit beiden Nasenlöchern.
  5. Schließlich niese und huste man, bevor die Dose wieder verschlossen wird.

Einsteiger sollten mit einer kleinen Prise beginnen, die beim Schmalzler (weniger beim Snuff) langsam gesteigert wird. Vor allem in Bayern kann kann die Prise auch auf den Handrücken gestreut werden: Nach ein Bayrischen Schnupfervereinsritual streut sich jeder am Tisch seine Prise auf den Handrücken, dann wird mit den Fäusten in der Tischmitte angestoßen. Beim ersten Schnupfen stellen Sie sich am besten vor, an einer Blume zu riechen - bei heftigerem Einschnupfen gehören Sie schon zu den Fortgeschrittenen. Das Niesen legt sich übrigens mit zunehmender Übung: Wer etwa bei Schnupfmeisterschaften niest, wird ohnehin disqualifiziert.

Von der Prisenordnung Friedrichs des Großen her hat sich ein Ritual erhalten, das nicht unerwähnt bleiben sollte. Ursprünglich zur Lockerung des Schnupftabaks gedacht, entwickelte sich das Klopfen der Dose zum Morsecode:

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